theriesienstadt 04Im Rahmen unserer Abschlussfahrt nach Prag im August 2019 besuchten wir auch das ehemalige KZ Theresienstadt, das 60 Kilometer von der tschechischen Hauptstadt entfernt liegt. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Festungsanlage von Kaiser Joseph II. erbaut. Seit 1940 diente Theresienstadt zunächst als Gestapo-Gefängnis und später als Durchgangslager für die Juden, bevor sie in die großen Vernichtungslager weitertransportiert wurden. Von unseren Eindrücken während unseres Besuchs in Theresienstadt möchten wir nun erzählen.


theriesienstadt 03„Arbeit macht frei“ – diesen zynischen Spruch der Nationalsozialisten liest man als erstes am Eingangstor, wenn man das Konzentrationslager betritt. Durch dieses Tor gingen wir in die damaligen Schlafräume der Gefangenen. Uns fiel sofort auf, dass sie viel zu klein für die meist 100 Personen waren, die sich jeweils einen Raum teilen mussten. In einem weiteren Schlafraum, falls man diesen überhaupt so nennen kann, schliefen weitere 60 Personen auf engstem Raum. Als Unterlage hatten sie keine Matratzen, sondern meistens Stroh. Viele Häftlinge mussten auf dem Boden schlafen. Wir erfuhren, dass es durch die schlechten hygienischen Bedingungen und die feuchte Luft häufig zu Krankheiten unter den Gefangenen kam. Auch bekamen die Inhaftierten nur wenig zu essen. Eine Tagesration bestand aus einem Teller wässriger Kartoffelsuppe und einer trockenen Brotscheibe. Gleichzeitig mussten sie pro Tag zehn Stunden harte Arbeit verrichten. Zum Beispiel ließen sich die Nationalsozialisten ein eigenes Kino und ein Schwimmbad von den Gefangenen bauen.

 

Während unseres Rundgangs kamen wir durch einen sehr engen, 500 Meter langen Tunnel, der direkt zum Hinrichtungsplatz führte. Dort wurden während der Zeit des Nationalsozialismus insgesamt 250 Personen hingerichtet. Am Ende des Tunnels befanden sich die Massengräber, in die die Opfer einfach wie Vieh hineingeschmissen wurden.
                                                                         
Nach einer halbstündigen Filmdokumentation über die Gräueltaten der Nationalsozialisten gingen wir vorbei an den jüdischen Steingräbern weiter zum Ghettomuseum. Dort sind Kinderbilder ausgestellt, die von Kindern in Theresienstadt gemalt wurden. Auf vielen Bildern kann man das Leid und die Ängste der Kinder sehr deutlich erkennen. Auch steht jeweils unter den Bildern, wann die Kinder gestorben waren. Uns fiel auf, dass viele von ihnen zum Zeitpunkt ihres Todes ungefähr in unserem Alter waren.

 

Insgesamt starben in Theresienstadt 33000 Menschen, 90000 wurden von dort in die Vernichtungslager deportiert, viele von ihnen nach Auschwitz.
Der Besuch in Theresienstadt machte viele von uns sehr nachdenklich und traurig. Es ist für uns unvorstellbar, dass Menschen zu so grausamen Taten in der Lage sind. Auch wurde vielen von uns klar, wie gut wir es heute haben.


Uns wurde bewusst, dass wir die Ereignisse von früher nicht einfach vergessen sollten, damit sich so etwas Schreckliches nie wiederholt.

 

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(Svea J., Salidat, Mayra und Svea H. in Zusammenarbeit mit Frau Nicolaisen)

 

 

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